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Der Weg nach Süden – Kap Lindesnes

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Familienurlaub

Nachdem wir am gestrigen Tag den Fährhafen in Langesund verlassen haben, folgten wir zunächst der E18 gen Süden.

Unseren ersten geplanten Stopp überspringen wir aufgrund der Wetterlage: es regnet seit mehreren Stunden, als wir in Kristiansand ankommen – das ist auch der Grund, weshalb wir langsamer fahren müssen und leicht in Verzug sind.

Kristiansand

Wer im Gegensatz zu uns mit schönem Wetter gesegnet ist und mehr Zeit hat, dem sei die geschichtsträchtige Hauptstadt von Sørlandet mit ihrem Mix aus Kultur, Sonne und Stränden sehr ans Herz gelegt. Kristiansand ist nicht nur ein von Norwegern beliebtes Urlaubsziel, sondern auch Zielhafen der schnellsten Fährverbindung zwischen Dänemark und Norwegen: die „HSC Fjord Cat“ der Fjord Line bewältigt die Distanz in 2 Stunden und 15 Minuten und stellt für Hartgesottene eine Option für einen Kurzurlaub dar.

Für Familien empfiehlt sich der bekannte Tierpark, der weit über die Stadtgrenzen hinaus beschildert ist.

In unserem Fall regnet es bereits Hunde und Katzen, weshalb wir auf weitere Tiere verzichten wollen und entscheiden uns so gemeinsam für die Weiterfahrt an das Südkap.

Übernachten unterm Leuchtturm

Die einst profane Leuchtturmanlage wurde 2004 einschließlich des kompletten Südkaps in ein Freilichtmuseum umgewandelt und bietet neben diversen touristischen Attraktionen auch einen gesonderten Stellplatzbereich, auf dem man mit dem Wohnmobil gegen eine geringe Gebühr übernachten darf. Und genau das haben wir gemacht. Für Leuchtturmfans ohne Wohnmobil wird – recht originell – sogar eine Ferienwohnung im alten Haus des Leuchtturmwärters angeboten.

Norwegen – Kap Lindesnes, Stellplatz

Lindesnes Fyr – mehr als nur ein Leuchtturm

Leuchtturm, südlichster Punkt Norwegens, Felsenkletterparadies, Kulturstätte, Kriegsdenkmal und Genusstempel – egal wie man es dreht und wendet: das Kap bietet all das und nichts dergleichen erwartet man, wenn man die schmale Straße auf der Landzunge bis zum Ende fährt.

Magnet für Kinder ist in jedem Fall der Leuchtturm selbst: Lani ist gespannt wie ein Flitzebogen und versichert sich unzählige Male bei uns, ob man denn wirklich oben auf den Leuchtturm drauf darf. Die Antwort ist ein klares Ja. Und auch trotz der Tatsache, dass sie aufgrund Regen und Sturm nur einen kurzen Blick aus der kleinen roten Tür unterhalb der imposanten Linse werfen muss, um nass zu sein, ist sie begeistert. Im Haus des Leutturmwärters erfährt man mehr über die Geschichte des Kaps, auf dessen Spitze neben dem heutigen stählernen Leuchtturm auch noch die jeweiligen Vorgänger zu besichtigen sind. Im alten Stall finden wechselnde Kunstausstellungen einen ehrwürdigen Platz und laden zum Verweilen ein.

Den Untergrund durchzieht eine riesige Bunkeranlage mit teilweise offenen Zugängen und erinnert an die dunklen Momente der (deutschen) Geschichte.

Norwegen – Kap Lindesnes

Die „Fjellhallen“

Am Fuße des Felsens wurde architektonisch reizvoll die sogenannte Felsenhalle in das Massiv getrieben und beherbergt neben einem Konzertsaal ein gemütliches Café und zwei weitere Ausstellungsräume.

Der Konzertsaal wird im Museumsalltag als Kinosaal genutzt und informiert recht kurzweilig mit einer Reihe von Filmen (u. a. mit englischen und deutschen Untertiteln) über das Kap und dessen Bedeutung. Lani kümmert es indes nicht, dass sie weder norwegisch versteht, noch dass Sie die Untertitel lesen kann und begnügt sich trotz allem mit den tollen Aufnahmen und ein paar Rückfragen dazu, die wir ihr gerne beantworten.

Während unsere Jacken an der Garderobe trocknen, wärmen wir uns mit einer dampfenden Tasse Kaffee im Museumscafé auf (und kühlen uns anschließend wieder mit einem Eis ab, damit der Temperaturunterschied nicht zu extrem wird

).

Zum Abschluss inspizieren wir noch den Souvenirshop und sind über den hohen Anteil an tatsächlich schönen Dingen positiv überrascht.

In den Genuss von frisch gebackenem Brot und sonstigen lokalen Spezialitäten aus der norwegischen Küche, sowie ganz vielen anderen und vielseitigen Veranstaltungen kommt man übrigens leider nur während der Hauptsaison.

Kap Lindesnes – Fjellhallen „Konzertsaal“
Norwegen – Kap Lindesnes Café

Tuuuuuuuuuuut!

In deren Rahmen sollte allerdings auch noch der letzte Sonntag im Juli hervorgehoben werden sollte: dieser Tag ist als „Nebelhorntag“ bekannt und landesweit werden alle eingemotteten Nebelhörner in den Leuchtturmmuseen reaktiviert. Bei einem Luftverbrauch von 16.000 Litern pro Minute sollte man vermutlich besser die Ohrstöpsel nicht vergessen, aber sicherlich ist das ein spannendes Erlebnis.

Im Regen verlassen wir das Kap und fahren weiter in Richtung Egersund.


Hinweis: Dieser Artikel ist 2017 im Rahmen einer Kooperation mit Fjord Line Deutschland entstanden und wurde ursprünglich auf ferien-in-norwegen.com veröffentlicht. Nach dem Abschalten der Webseite haben wir uns entschieden, unsere Artikel und Bilder hier auf kaiser.rocks erneut zu veröffentlichen.

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