Tage -72 (11.03.2016): Oscar zieht bei uns ein und 72 Tage bis zur geplanten Abfahrt

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Es war vergangenen Dienstag (08.03.2016), als wir endlich ein für uns passendes Fahrzeug bei „Ebay-Kleinanzeigen“ gefunden hatten. Am Mittwoch düsten wir nach Kreuzwertheim, um uns das Fahrzeug –  einen Karmann Missouri 635 SL von 1998 – anzuschauen.

Dabei scherzte der damalige Besitzer noch über das voll ausgestattete Fahrzeug und dass wir am Samstag direkt losfahren könnten. Tatsächlich befand sich das (Basis)Fahrzeug in einem offensichtlich einwandfreien und gänzlich rostfreien und gepflegten Zustand mit trockenem Motor. Dicht sei er und Probleme habe er nie gemacht, „alles was man benötige sei bereits an Bord“! Nach unserem Verständnis war zwar nur FAST alles Wichtige mit an Bord, dafür aber jede Menge Kram, mit dem wir zukünftig bestimmt NICHT in den Urlaub fahren wollen…

Es ist dann tatsächlich Freitag, als wir endlich das Bargeld von der Bank in der Hand halten und wenige Zeit später gegen Fahrzeugschlüssel und Unterlagen zu einem fremden Liebhaberstück auf Rädern eintauschen – noch hat das Fahrzeug den fremdartigen Charme von Oma’s Gästeklo.

Nachdem ich – um überhaupt zum Ausparken aus der Scheune den Rückwärtsgang zu finden – heimlich die Sympathie zum amerikanischen „Way of Life“ in Form einer Weißkopfseeadler-Plakette vom Schaltknüppel gepopelt hatte, waren nach den ersten Kurven bereits die größten Ansammlungen von Stofftieren und Gebimsel von Armaturenbrett und Rückspiegel entfernt.

Munter tuckerten Lani und ich mit dem von liebevoller Rentnerhand dekorierten (zumindest mit dem, was davon noch übrig blieb) Vehikel gen Heimat. Annika und Malu folgten uns im Caddy in gebührendem Abstand. Als dann nach etwa 20 km auch endlich kein blauer Qualm mehr dem defekten Auspuff entwich, entspannten sich dann die „großen“ Gemüter in beiden Fahrzeugen und die Vermutung wich der Gewissheit, keinen Schrott gekauft zu haben. Das Auto musste die letzten eineinhalb Jahre in einer Scheune eingepfercht seinem Dasein fristen – die ehemaligen Eigentümer mussten ihr Hobby mitsamt allem Zubehör aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Die erste Hürde war genommen, als „Oscar“ (den Namen hatte sich Lani auf dem Rückweg für das Wohnmobil ausgedacht) nach ein paar zaghaften Rangiermanövern, einem Grünschnitt der Einfahrt und einem vorangegangenem Umparken von „Knut“ (der zu dem Zeitpunk von seinen neuen Eigentümern noch nicht abgeholt worden war) endlich im Hof stand. Der prophezeite „Samstags-Ausflug“ ist für uns derzeit allerdings noch weit entfernt.

Anm.: Wie weit wir vom „Reisen“ tatsächlich entfernt waren, war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht klar. Aber rückwirkend betrachtet glauben wir zu verstehen, warum vornehmlich Rentner Eigentümer von Campingfahrzeugen sind: sie haben entweder Zeit oder Geld…

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