Tag 9 (30.05.2016) – Die vier Fragezeichen und die Suche nach dem ruckelnden Stein

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Es war 02:00 nachts, als wir (Großen) schlafen gegangen sind. Vermutlich ist das der Grund, weshalb erst gegen 10:00 nach und nach die einzelnen Augenpaare aufgehen. Pünktlich nach dem Frühstück fängt es an zu regnen und zu stürmen. Als wäre es nicht schon ohnehin spät genug (alle anderen Wohnmobile um uns herum sind bereits abgereist), beratschlagen wir uns für unser nächstes Etappenziel. Bis alle noch einmal auf dem Klo waren, das freie Wifi des nahegelegenen Museums gänzlich ausgenutzt war und alles verstaut und fahrbereit ist, ist es 16:00 Uhr. Die ersten neuen Wohnmobile haben bereits den Platz belagert, als wir endlich losfahren.
Nach wenigen Kilometern erfahren wir die erste Lektion des Tages hinsichtlich norwegischer Straßenverhältnisse: wir treffen beim Ausweichen vor einem LKW ein „Schlaglöchlein“. Das kaum wahrnehmbare Loch ist fast bis zum Rand mit Wasser gefüllt, Oscars rechtes Vorderrad übernimmt die Tiefenkontrolle. Mit einem lauten Schlag kommt die Meldung „tief“ aus der vorderen rechten Ecke der Karosserie und wir glauben, an dem Punkt sei die Reise beendet. Ein kurzer Check am Straßenrand und einwandfreies Lenkverhalten lassen uns aufatmen. Ein Hoch auf das Material!
Unser eigentliches Ziel ist aufgrund positiver Wetterprognosen die Stadt Stavanger. Noch während der Fahrt schrauben wir unsere Erwartungen zurück: das neue grobe Ziel ist Egersund, allerdings wollen wir davor noch den Ruggesteinen ruckeln.

Während das knapp 40 Tonnen schwere „Steinchen“ Lani auf’s Äußerste beschäftigt, beschäftigen eine teilweise einspurige Passstraße samt 10km langer Dieselspur (bzw. Ölspur?) und einheimischem ungebremsten Gegenverkehr die erste Sitzreihe. Allerdings scheint sich niemand an dem verlorenen Kraftstoff zu stören. Vermutlich wird auch im Mai hierzulande noch mit Spikes gefahren, wir fahren lieber vorsichtig.
Leider stellen wir uns wohl auch unglaublich ungeschickt an, den ominösen „Ruckelstein“ zu finden. Nach dem letzten Hinweisschild, driften wir eine kilometerlange und zwielichtige, von unzähligen „Bremshubbeln“ durchzogene 30er-Zone und unsere Wegbeschreibung auseinander. Wir stranden um 23:15 an einem kleinen Parkplatz und es ist noch (!) hell. Kurze Zeit später und bereits etwa einen Kilometer in einen Laubwald hineingelaufen motiviert uns ein kreuzendes Wildschwein, noch einmal über die Aktion nachzudenken. Malu ist bereits eingeschlafen, derweil ist es tatsächlich doch noch dunkler geworden und in Kombination mit dem Wald ist das eindeutig ein Anwendungsfall für die in Oscar zurückgelassenen Taschenlampen.
Wir kehren um – zum Leidwesen von Lani. Gerne hätte sie am Stein gewackelt, aber sie versteht es.
Lektion des Tages: Schlaglöcher sind tief, Bremshubbel sind hoch und das mit dem Öl scheint keiner hier zu eng zu sehen.

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