Tag 29 (19.06.2016): Oscar hat Geburtstag und Schnupfen

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Als der Trucker, den wir offenbar mit dem reinen Befahren des Rastplatzes erzürnt haben, neben uns freundlicherweise um 01:30 Uhr seinen unfassbar laut rasselnden Motor wieder abstellt, ist es endlich leise genug, dass alle Mädels schlafen können. Ich schreibe noch ein paar Artikel fertig, wozu ich in den letzten Tagen nicht gekommen bin.

Am „moralischen Morgen“ (es ist wieder einmal eher Mittag) werden wir erneut vom Regen geweckt. Im Führerhaus läuft bereits Schwitzwasser hinter den Thermomatten hinunter und im ganzen Wohnmobil ist es kalt und feucht: die Heizung vor dem Einschlafen einzuschalten und vielleicht ein bisschen Lüften , wäre wohl sinnvoll gewesen. Das wollen wir nachholen und versuchen über alle verfügbaren Öffnungen, die keinen potentielle Flutwelle mit sich bringen, schlechte Luft und Feuchtigkeit gegen frische Luft auszutauschen. Um unserem „Dampfbad“ im vorderen Fahrzeugabteil Herr zu werden, entschließe ich mich, kurz den Motor anzuwerfen um die Lüftung betreiben zu können, ohne Gefahr zu Laufen, die heutige Etappe mit leerer Starterbatterie zu beginnen.
Wir frühstücken und machen Oscar wieder reisefertig. Damit nicht alle aus der Heia fallen, haben wir gestern auf Ausgleichskeilen geparkt und von diesen rollen wir heute wieder herunter. Beim Aufsammeln der Keile sehe ich in der Mitte einen Ölfleck. Das ist in Norwegen keine Seltenheit, doch dieser ist sonderbar frisch. Der Blick unter den Motor bestätigt die Befürchtung: Oscar verliert Öl! Nicht viel, aber für meinen Geschmack ist auch ein einziger Tropfen zu viel, um daraufhin die knapp 1.000km bis nach Narvik durch die Pampa zu brettern.
Eine kurzen Exkurs durch Explosionszeichnungen später weiß ich, dass das tropfende Teil ein Ölkühler ist und das Potential für eine größere Sauerei hat. Den Fleck auf dem nassen Boden können wir mit Küchenrolle auftupfen – es muss sich um wenige Tropfen handeln, die da beim Laufenlassen des Motors verloren wurden. Der Ölstand im Motor is optimal, lange kann das Problem also noch nicht vorliegen.
Wir entscheiden uns doch für eine Weiterfahrt, wollen aber regelmäßig den Ölverlust kontrollieren. Nachdem wir Oscar einmal die „triefende Nase“ abgewischt haben, fahren wir vorsichtig los. Beim ersten Check knappe 5 km später ist ein ganz leichter Ölfilm am Kühler feststellbar, aber kein Tropfen weit und breit – soweit gut. Weitere 10 km später hat sich bis zu einem Tankstopp die Situation nicht verändert. Kurz darauf hat Oscar Geburtstag und „feiert“ seinen 120.000. Kilometer. Glückwunsch, du nettes Auto. Und so kraulen wir das Auto hinter den Außenspiegel putzen ihm fortan etwa alle 50km die Nase.

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Unser Tagesziel mit Mo i Rana schreiben wir in Anbetracht des angeschnupften Oscar zurück und steuern Steinkjer und die dortige VW-Vertragswerkstatt an – in der Hoffnung, dass diese die benötigten Ersatzteile möglichst schnell am morgigen Montag besorgen und verbauen können. Darüber hinaus ist inzwischen die erste Gasflasche leer, diese können aber in Norwegen ohne größeren Aufwand an einer Füllstation aufgefüllt werden – sehr innovativ, wo doch Bananen und Äpfel in Europa genormt sind, aber jedes Land seine eigenen Standards für Gasflaschen besitzt, die untereinander gänzlich inkompatibel sind.
In Steinkjer angekommen tingeln wir der Reihe nach erst die LPG-Füllstation, unseren Stellplatz für die Nacht und den VW-Händler ab, um daraufhin die einzelnen Supermärkte der Stadt, um deren Wifi hinsichtlich Qualität und Geschwindigkeit zu überprüfen.
Als uns auffällt, dass die örtliche Tuning-Jugend ebenfalls das Wifi des „Rema 1000“ zu schätzen weiß und derweil eine Vielzahl abstrus zusammengeschusterter Vehikel um uns herum zu kreisen scheint verlassen wir den Supermarktparkplatz und fahren zur „Paradiesbukta“ – die lokalen Badestelle und deren öffentlichen Parkplatz, auf dem kampieren nicht ausdrücklich untersagt ist. Neben uns machen bereits ein Brite mit Hund sowie ein älteres holländisches Ehepaar samt Wohnmobilen davon Gebrauch.
Die Mädels machen noch einen Abendspaziergang, während ich die Sitzgruppe zum Bett umbaue, die herumspringenden Einzelteile wieder zu einer Studioklemme zusammenbaue und Oscar zum letzten Mal für heute die Nase putze.

2 Antworten

  1. Robby
    | Antworten

    Na dann hoffen wir doch mal, dass sich Oscars Schnupfen nicht zu einer richtig bösen Erkältung entwickelt … 🙂 Drücken euch die Daumen, dass alles gut ist und nicht wirklich was fehlt 🙂 Toller Artikel wieder mal 🙂

    • Annika
      | Antworten

      Hallo ihr Lieben, nach dem Werkstattaufenthalt scheint tatsächlich bisweilen alles in Ordnung zu sein. Wir hoffen das es natürlich auch so bleibt. Vielen Dank für euren Kommentar und bis bald 😉

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