Tag 22 (12.06.2016) – Von Lærdal nach Loen

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Unser Tagesziel liegt in der Umfahrung des Jostedalsbreen, einem riesigen Gletscher der sich mit mehreren seiner Arme bis in die umliegenden Täler erstreckt. Vermutlich wird man aber in wenigen Jahren eine Passstraße mit direktem Weg darüber hinweg asphaltieren können, denn auch dieser Gletscher geht (wie vermutlich alle weltweit) derzeit rapide zurück. Vom Jostedalsbreen werden allerdings eine Vielzahl von Gletscher-Informationszentren übrig bleiben: es scheint, als habe jede Gemeinde, die etwas auf sich hält ein solches „Sendret“ – wir beschränken uns auf einen kurzen Halt an einem Spotting-Point in Fjærland.

Ansonsten spielen wir wieder das allseits beliebte See-oder-Meer-Spiel: irgendwann kommt jeder durcheinander, was nun was ist.
Zwischendurch testen wir immer wieder unsere Augen und schauen, wer als erstes nach wie vielen Metern nach Tunnelein- und -ausfahrten etwas sieht. Die Qualität der Röhren ist nach wie vor mehrheitlich „unterirdisch“ (außer nagelneue Exemplare): schlecht beleuchtet, schmal, mit Gegenverkehr (gerne auch auf der eigenen Fahrbahn) und vor allem gänzlich frei von Sauerstoff. Wahrscheinlich ist das kalkuliertes Risiko: Brände in norwegischen Tunneln gibt es bestimmt gar nicht, da diese vermutlich noch in ihrer Entstehungsphase umgehend vom Mief erstickt werden!
Wir kommen irgendwann in Loen an und folgen der Wegbeschreibung von Annikas Kumpel zu einem geheimen Stellplatz, der Locals und Insidern vorbehalten ist. Die Wegbeschreibung führt uns in ein kleines Tal östlich von Loen: das Lovatnet. Vor uns erstreckt sich ein türkisblauer See, der unter anderem von den nördlichen Armen des Jostedalsbreen gespeist wird. Wir sind umringt von gänzlich unwirklichen Farben – als habe jemand heimlich die Farbsättigung erhöht.

Wir fahren bis fast ans Ende des Tals und werden direkt an dem Punkt, an dem wir die (einspurige) Landstraße verlassen sollen von einem „No Camping“-Schild empfangen. Mist! Offenbar hat Schindluder den Eigentümer der Wiese dazu bewegt, dies nicht mehr auf seinem Grund zu dulden. Wir fahren dennoch den Schotterweg bis es nicht mehr weiter geht bis an das Ufer des Sees hinunter und machen zumindest ein paar Fotos. Die perfekt sichtbare Landstraße lässt vermuten, dass man sich auf dem Präsentierteller befindet, somit steht für uns nicht zur Debatte, sich dem ausdrücklichen Verbot zu widersetzen. Und so verlassen wir nach ein paar Fotos das Grundstück und fahren den weiter vorne im Tal gelegenen (offiziellen) Campingplatz „Sande“ an und werden dort sehr freundlich empfangen.
Der terrassierte Platz bietet ein bisschen oberhalb sogar einen noch besseren Blick auf den See, als dies direkt am Ufer möglich ist.
Und während Lani bereits den Kinderspielplatz auf Herz und Nieren prüft, sind Annika und ich immer nochbeeindruckt  von dem Farb- und Schattenspiel während man alle 5 Minuten das gleiche Foto neu schießen könnte, da alles nun wieder komplett anders aussieht.

 

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